Geschichte des TSV Lehmke

Am 31.5.1946 wurde im Gasthaus Stehr (heute Walzer) der Turn und Sportverein gegründet mit Siegfried Moldenhauer als 1. Vorsitzender. Am 13.6 fand dann die 1. Vollversammlung der 41 Mitglieder statt und es wurden Mannschaften in Turnen, Leichtathletik, Gymnastik, Handball, Fußball und Tischtennis gegründet.
Den Neubeginn schildert die ehemalige Landesjugendwartin Lisa Scheller
in ihrem Buch ,,Schritte"- Die Entwicklung des Frauenturnens in
nordwestdeutschen Raum". Als Turn- und Sportlehrerin kam sie
als Flüchtling mit 7 Kindern ohne Geld nach Lehmke.
Sie schreibt unter anderem:

,,Der Krieg ist zu Ende - Zusammenbruch - kein Telefon - kein Radio - kein Auto - kein Bus. Kein Geld, weil die Banken in Berlin ausgebombt und noch durcheinander waren. ...
Aufruhr in Dorf Lehmke:
,,Wer hat Lust mit zu turnen, Kinder, Jugendliche, Erwachsene Frauen und Mädchen? Alle, die dafür Interesse haben, kommen am Dienstag um 16:00 Uhr ins Gasthaus Stehr
Sie kamen: Es waren etwa 70 Personen - ein Querschnitt durch alle Altersstufen. Raumverhältnisse: Ein Wirtshaussaal mit knarrenden Dielen, Gartenstühlen, Säcke mit Stroh gestopft als Matten, und die großen Jungen bauten aus einer alten Wagenfeder ein Trampolin. Ein Handwerker ging von Haus zu Haus mit der Bitte um Holz für den eiserenen Ofen, als es kalt wurde. ...
Die Beteiligten Bauern wurden gebeten, ab und zu eine Reichsmark aufs Klavier zu legen; die Familie musste ernährt werden.
Die Flüchtlinge sollten natürlich nichts bezahlen."

Der Verein wuchs und wuchs und ein Jahr später wurde der Sportplatz eingeweiht. Trotz vielen Schwierigkeiten in den Anfangsjahren, erzielte die Mannschaften beträchtliche Leistungen, sodass z. B. die Fußball Herrenmannschaft 1963 gegen den VFL Wolfsburg im Rahmen eines Freundschaftsspieles spielten durfte. Es kamen die Mannschaften in Schwimmen, Handball und Badminton im Laufe der Zeit dazu und der TSV wurde sogar zum Kulturverein, da es nun auch eine Laienspielgruppe gab. Aufgrund der steigenden Mitgliederzahl wurden die Trainingsorte vergrößert. So wurden Turnstunden vom Saal des Gasthauses Stehr in die neue Turnhalle nach Wieren verlegt und es wurde ein zweiter Sportplatz angelegt.



Was wäre der TSV ohne seine viele Feiern und Veranstaltungen, die zur jährlichen Liturgie wurden: 1975 fand erstmals das TSV Orsterfeuer statt und 2 Jahre später der erste Skat- und Knobelabend,1985 der Faslamumzug und 1990 erstmals ,,Beat im Bad".
1977 war nach
6 Wochen (Eigenleistung)
das Richtfest
und Einweihung
des
Vereinsheim
durch den
ersten Vorsitzenden Heinz-Hermann Schulze. Vorher gab es nur die Möglichkeit sich in dem Flur der Volksschule in Lehmke (Gebäude am Sportplatz neben der Emerner Str.) umzuziehen und seine sieben Sachen an ein paar Kleiderhaken aufzuhängen.

1980 schaffte die 1. Herrenmannschaft es endlich in die
Kreisliga aufzusteigen und
konnte dort 6 Jahre bestehen.
Außerdem holte die Mannschaft zweimal in Folge den
Kreispokaltitel.
Danach gab es immer mal wieder Jahre
in denen es der TSV schaffte dieses Meisterstück zu
wiederholen, so auch im Jahr 2003.







